Die Internationale Komponistinnen-Bibliothek der Stadt Unna wurde 1989 von der Kölner Dirigentin Elke Mascha Blankenburg gegründet. Seit 1992 ist sie eine öffentliche Einrichtung, die eine umfangreiche Sammlung zu Komponistinnen aus Vergangenheit und Gegenwart beheimatet. Nachdem die Bibliothek seit 1995 mit der damaligen Zweigstelle Dortmund der Hochschule für Musik Detmold kooperierte, arbeitet sie seit 1998 mit dem Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Paderborn und der Hochschule für Musik Detmold zusammen. Die Leitung der Internationalen Komponistinnen-Bibliothek gehört zu den Aufgaben der dort angesiedelten Professur für Musikwissenschaft mit Schwerpunkt Genderforschung – Musik von Frauen. Seit 2000 wird die Bibliothek von der Sybil Westendorp-Stiftung finanziell unterstützt. Die Bibliothek besitzt eine umfangreiche Sammlung von Musikdrucken und – teilweise autographen – Handschriften von Werken von Komponistinnen. Daneben werden Materialien gesammelt, die die Musik von Frauen in allen Sparten der Musik – von der ‚Klassik‘ bis hin zu Jazz, Rock, Pop und Weltmusik – dokumentieren, wie Ton- und Bildträger, Programmhefte und Plakate, Komponistinnen-Vitae, Korrespondenz, Bilder und Pressedokumente. Zum Bestand gehört außerdem Forschungsliteratur zu Komponistinnen und Musikerinnen, darunter eine Reihe von unveröffentlichten Examens- und Magisterarbeiten. Alle Materialien sind Präsenzbestände, die in der Bibliothek angeschaut, studiert, angehört oder mit Hilfe des hauseigenen Flügels ausprobiert werden können. In der Förderung und Verbreitung der Musik von Komponistinnen liegt eine wichtige Aufgabe der Internationalen Komponistinnen-Bibliothek der Stadt Unna. Diesem Ziel dienen die künstlerischen Veranstaltungen der Einrichtung, etwa Konzerte und Festivals in Zusammenarbeit mit Orchestern, Ensembles und Solisten. Der im zweijährigen Turnus ausgeschriebene Fanny-Mendelssohn-Wettbewerb trägt unmittelbar zur Erweiterung des Konzertrepertoires bei. Ein weiteres zentrales Ziel besteht in der Förderung der Forschung zum Thema „Musik von Frauen“ und in der Vermittlung der Forschungsergebnisse in Form von Publikationen, aber auch in Gesprächskonzerten oder Lesungen. Zu den Kooperationspartnern der Bibliothek gehören mehrere Rundfunkanstalten und Verlage. Genutzt wird die Bibliothek durch Musiker(innen), die ihre Programme durch Werke von Komponistinnen bereichern wollen, ebenso wie durch Musikforscher(innen) und Journalistinnen, die hier für ihre wissenschaftliche und publizistische Tätigkeit Recherchen vornehmen.
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